Vor meiner Abreise nach Japan wollte ich auf jeden Fall noch den Zugang zu unserer Orgel nutzen. Durch die pandemie-bedingten Wartezeiten hatte ich nun viel Zeit, über meine Heimat und die Dinge zu reflektieren, die mich damit verbinden. Vor allem durch meine Eltern bin ich im Umfeld unserer freundlichen Kirchengemeinde aufgewachsen, die einen unersetzlichen Teil meiner Heimat ausmacht. Als kleines “Abschiedsgeschenk” möchte ich nun hiermit eine Bemühung präsentieren, das großartige Präludium mit Fuge in C-Dur von Johann Sebastian Bach auf unserer schönen Orgel zu spielen.

Da ich hauptsächlich Klavier spiele und nicht viel Erfahrung an der Orgel hatte, musste ich fast ein Dreivierteljahr üben. Auf diesem Weg habe ich Unterstützung mit dem Notenlesen von meinem Klavierlehrer Christian Schomers bekommen und wurde zur musikalischen Gestaltung von meiner Mutter Karin Schirm beraten, die selbst als Organistin im Gottesdienst mitwirkt. Unser Mesner Reinhold Bauer hat sich zudem mehrmals Zeit genommen, mir interessante Details zum Instrument zu erklären und nötige Register zu stimmen. Besonders fasziniert war ich zum Beispiel von der “Posaune”, einem 16-Fuß-Register (fast 5 Meter!), das ich für den letzten Themeneinsatz im Bass am Ende der Fuge aktivieren wollte. Die tieferen Töne verstimmen sich allerdings je nach Temperatur und Feuchtigkeit schnell, sodass ich die Hilfe von Herrn Bauer mehrfach in Anspruch nehmen musste.

Mein Interesse an Bachs Musik kam allerdings schon vor ungefähr zwei Jahren auf. Seit dieser Zeit versuche ich mich auch an seinem herausfordernden Wohl-temperierten Klavier.